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Tagesbericht vom Donnerstag, 27. Mai

Pfarrer Hans Lanz
Pfarrer Hans Lanz

Akzente setzen Akzente

so Pastor Frank Eibisch nach dem Referat von Pfarrer Hans Lanz aus Zürich, „… weil mich mein Gott das Lachen lehrt…“, das dieser wie am Abend vorher Pastor Colin Barret aus England seine Predigt mit Hinweis auf dem Psalm von Hans Dieter Hüsch „Ich bin vergnügt … beschloss.

Wo bleibt die Heiterkeit ohne Gott? Dass das Dasein nicht heiter sei, wusste der Referent kenntnisreich mit Zitaten von Nietzsche und Jean Paul zu belegen. „Das Meer der Trübsal“ offenbart sich da als unaufhaltsames Chaoselement und es bleibt nur der „Verzweiflungsschrei der Sinnlosigkeit“. Das Bemühen der alten Griechen hier doch „Inseln der Heiterkeit“ zu entdecken ist das Anliegen der Epikuräer. Lust am Leben beschreiben sie als Freisein von Unlust. Heute feiert der Hedonismus sein come back in der Vergnügungsindustrie. Wohlbefindlichkeitsgefühle werden gesucht und angeboten, oft auch in Kirche unter Vernachlässigung theologischer Grundlagenarbeit.

Auf eine andere Spur führte den Referenten die Suche nach dem Lachen und Humor, dem jüdischen Witz, „… der besagt, dass alles, was wirklich groß ist und alles, was sich für groß hält,  sich messen lassen muss an etwas noch größerem, nennt man Weisheit. Paulus hat es gewusst und an die Korinther geschrieben, bis zum Erlangen völliger Erkenntnis müssen wir mit Glaube, Hoffnung und Liebe auskommen.

Hans Lanz ergänzte Goethe im Faust mit folgender Zeile: „Soll ich es ? Gehe ich zu weit? Ich schrei’: Im Anfang war die Heiterkeit!“

Als ich nach dem Referat ins Freie ging, hatte sich der Himmel ein wenig aufgeklart und draußen war es heiter. Aufklärung tut gut, meistens jedenfalls. Dank dafür an den Referenten.

Thomas Röder

Das Theologisches Referat von Pfarrer Hans Lanz kann hier nachgelesen werden -  pdf-Datei >>>


Plenarsitzung

Die neu eingetroffenen Gäste der OJK werden von Bischöfin Rosemarie Wenner begrüßt.
Die sind: Pastor Istvan Ambrusz mit seiner Frau aus Ungarn, Superintendent Dr. Rainer Bath - NJK, Pastor Wilfried Bolay - Evangelisationswerk, Volker Kiemle - Zeitschriftenredaktion, Pastor Thomas Günther und seine Frau Claudia aus Mosambique.

Pastor Michael Schneider informiert über die geplante Veränderungen in Anzahl und Zusammensetzung des Vorschlagsausschusses.
Die Konferenz beschließt, dass die Anzahl der stimmberechtigten Mitglieder stufenweise von 16 (in 2010) auf 8 (in 2012) reduziert wird. Pastor Christoph Georgi wird als stimmberechtigtes Mitglied für den Zwickauer Distrikt bis 2016 zugewählt.

Superintendent Friedbert Fröhlich spricht über die Teilberichte des Konferenzverwaltungsrates und geht auf einige Punkte der Ergebnisse zur Optimierung des Konferenzablaufes ein. Die Zusammensetzung der ordentlichen Ausschüsse soll überdacht, bzw verändert werden. Dazu gibt es einige Wortmeldungen.

Mit dem Mittagsgebet angeleitet von Pastor Jörg Herrmann gehen die Teilnehmer der OJK in die Mittagspause.

Klaudia Meaubert


Die Plenarsitzung geht weiter...

Den Anfang der nachmittäglichen Sitzung der Konferenz bildete die bereits begonnene Diskussion über die Ergebnisse des Konferenzverwaltungsrates zur Optimierung des Konferenzablaufes. Bei einer Tendenzabstimmung gab es dabei eine knappe Mehrheit für den Vorschlag, die Ordentlichen Ausschüsse in Zukunft  durch den Vorschlagssausschuss besetzen zu lassen, um so eine bessere Durchmischung zu gewährleisten. Wichtig war hierbei der  Hinweis, dass die OAs eher als Teilplenum zu verstehen sind und dadurch zur Gestaltung der Konferenz beitragen und weniger eine Expertenrunde darstellen oder dem Pflegen der eigenen Interessen dienen.
Ein deutliches Votum gab es ebenfalls für die Nutzung des Donnerstagabends als Sitzungszeit, um dadurch den Samstagnachmittag offiziell sitzungsfrei zu gestalten.
Weiterhin folgte die Konferenz den Vorschlägen des KVR  bezüglich Parität und Zuwahl. Da sich durch die Rückgabe des Stimmrechts einiger Pastoren in Ruhe ein „Defizit“ auf Seiten der Laien ergibt, denkt die Konferenz über weitere Zuwahlmöglichkeiten nach.  So wurden die Gemeindereferentinnen als beratende Mitglieder in die Konferenz gewählt.

Pastor Alfred Schwarzwälder

Eine Auflockerung der Sitzung bot das herzliche Grußwort von Pastor Alfred Schwarzwälder aus Konstanz von der SJK. Unser Konferenzthema lässt ihn aufatmen bei  allen schwierigen Fragen und ernstem Nachdenken, die jede Konferenz mit sich bringt.
Nach einer kurzen Berichterstattung zum derzeitigen Stand des Prioritätenprozesses konnte auch der Bericht des OA 1 verabschiedet werden. Die Konferenz sprach sich für die Beibehaltung der Eigenständigkeit des Ausschusses für Kirchenordnung und Rechtsfragen aus und ermutigte ihn, seine zentrale Aufgabe wahrzunehmen, die rechtlichen Grundlagen der Anträge und  Entscheidungen der  Konferenz vorab zu prüfen.
Dankbar wurde der Bericht des Superintendenten Friedbert Fröhlich angenommen. Impulse und Anregungen für die Arbeit in den einzelnen Gemeinden sollen offene Fragen und Problemanzeigen geben. Dass beispielsweise in immer mehr Gemeinden offen mit Konflikten umgegangen wird kann auch positiv gesehen werden, wenn man es als eine Schärfung der Wahrnehmung versteht und als ein Übernehmen von Verantwortung.  

Carolin Seifert


Wenn Gott keinen Spaß verstünde, …

Zur Grußstunde am Donnerstagnachmittag grüßten Vertreter der Kirchen und der Stadt die Konferenz.
Frau Pfarrerin Dorothea Arndt sprach im Auftrag des Ökumenekreises und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Vertretung des Superintendenten.
„Wenn Gott keinen Spaß verstünde, so möchte ich nicht im Himmel sein.“, zitierte sie Martin Luther und sagte sinngemäß, dass Gott auch über unseren Auseinandersetzungen seinen Humor behält.
 „Freuet euch im Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ 
Dieses  Pauluswort nutzte Pastor Frank-Eric Müller, um die Konferenz anzusprechen.
Er betonte die gute Nachbarschaft zwischen Baptisten und Methodisten in Leipzig.
Die baptistische Gemeinde stellt ihr neues Gemeindezentrum kostenlos (außer einer geringe Betriebskostenpauschale) für die Konferenz zur Verfügung.
Herr Müller, der 1. Bürgermeister der Stadt, grüßte im Namen des Leipziger Oberbürgermeisters. Er betonte in seinem Grußwort, dass auch die Evangelisch-methodistische Kirche in Leipzig wahrgenommen wird, da sie vielseitig in die Stadt hineinwirkt, zum Beispiel durch die „Offene Kutsche“ (offene Kinder- und Familienarbeit).

Matthias Zieboll


Und noch einmal Plenarsitzung

In der Sitzung nach der Grußstunde sprach Hans Martin Kienle, der neue Leiter der Zeltmission, die Konferenz an. Er gab einen Einblick in seine Arbeit und freut sich, dass während der Tage der OJK hier in Leipzig das Zelt, das EmK-Mobil und Teile aus dem Spielemobil im Einsatz sind.
Im weiteren Verlauf führt Superintendent Stephan Ringeis in seinen Bericht ein und richtet seinen Blick auf die Schwerpunkte seiner Arbeit im vergangenen Jahr. Eingebettet in Bibelabschnitte stellt er den Weg unserer Kirche dar.
Der Bericht für Mission und internationale kirchliche  Zusammenarbeit gibt u. a. einen Einblick in die Arbeit von Simone Focke, Claudia und Thomas Günther und Claudia Freund.
Thomas Günther berichtet von einer Kirche , die in Bewegung ist.
Ehepaar Nausner spricht von der Arbeit in Albanien, die „lebt“, von Gemeinden die wachsen und von Zielen,  in der Gesellschaft etwas zu bewegen.


Fröhlich und meschugge, sächsisch und jüdisch: Kabarett

Pünktlich zum Gartenfest zeigte sich der Himmel über Leipzig heiter. Das Abendprogramm lockte Gäste aus dem gesamten Konferenzgebiet in den Garten der Kreuzkirche. Perfekt eingestimmt von der Klezmer-Band „Klezzkavice“ (  http://www.myspace.de/klezzkavice) mit einer gelungenen Mischung aus Klezmer, Tango und mazedonisch-serbokroatischem Folk, genoss die Konferenzgemeinde die Köstlichkeiten vom Grill. Dabei fiel die Entscheidung schwer, ob man essen oder tanzen sollte.

Küf Kaufmann und Bernd-Lutz Lange
Küf Kaufmann und Bernd-Lutz Lange

Danach füllte sich die Kreuzkirche, wer zu spät kam … musste stehen: Bernd-Lutz Lange und Küf Kaufmann zündeten mit ihrem Programm „fröhlich und meschugge“ ein Feuerwerk jüdisch-sächsischen Humors. Und der ist vor allem ein gehöriges Stück Selbstironie. Juden und Sachsen können über sich selbst lachen. Sie teilen ein ähnliches Schicksal: Der sächsische und jüdische Witz sei verwandt, weil beide den Witz als Waffe zur Selbstverteidigung gebrauchen.
Für den bekannten Leipziger Kabarettisten und Autor Bernd-Lutz Lange war es ein Heimspiel: Der gebürtige Zwickauer ist aktives Glied der Kreuzkirchgemeinde. Noch zu DDR-Zeiten beschäftigte er sich mit der Geschichte der Juden in Sachsen. Dabei entdeckte er auch den reichen Schatz des jüdischen Humors. Der Mauerfall machte es möglich, dass er ehemalige sächsische Juden in aller Welt treffen konnte.
Und er lernte den Kabarettisten Küf Kaufmann kennen, der nach der Wende aus Russland nach Leipzig ausgewandert war. Kaufmann ist unter anderem stellvertretender Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig und Präsidiums-Mitglied des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinde in Sachsen. Zusammen mit ihm entwickelte Lange das Programm „fröhlich und meschugge“, das sie viele Jahre in Leipzig aufgeführt haben.
Für die OJK belebten sie das Programm nach vier Jahren Pause wieder – zur Freude des Publikums, das einige Zugaben erklatschte. Die Musik dazu lieferten die sechs Musiker von Klezzkavice. Und der Abend endete in gut methodistischer Tradition mit der Kollekte.

Carolin Seifert, Norbert Lötzsch und Volker Kiemle


"... weil mich mein Gott das Lachen lehrt"

Hier eine kleine Kostprobe aus dem Abendprogramm mit Bernd-Lutz Lange und Küf Kaufmann:

Ein katholischer Priester, ein evangelischer Geistlicher und ein jüdischer Rabbi streiten sich zu dem Thema "Wann fängt das Leben an?" Der Katholischer Priester meint, das Leben beginnt mit der Zeugung. Der evangelische Geistliche: Das Leben beginnt mit der Geburt. Darauf der Rabbi: Das Leben beginnt erst, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Hund tot.